GEMEINSAME ÜBUNGEN DER RETTUNGSSCHULEN

Gemeinsame Übungen der Schüler von beiden Berufsschulen für Notfallsanitäter waren ein weiteres Kapitel im Rahmen des Projektes. Obwohl es sich um Schülerübungen handelte, wären sie ohne die Unterstützung und Hilfe von professionellen Notfallsanitätern nicht denkbar gewesen. Zwei Übungen bereitete die Partnerschule in Dresden und eine die Schule in Ústí nad Labem vor.

1.Übung der Rettungsschulen

Die erste Übung der Schüler fand vom 6.-8.Dezember 2017 in Dresden statt. Die Schüler wurden in deutsch-tschechische Teams aufgeteilt und in diesen Teams erfüllten sie verschiede Aufgaben. Es wurden Stationen vorbereitet, an denen verschiedene Notsituationen simuliert waren und die Schüler die Erstversorgung selbstständig leisten mussten, wie z.B. Atemwegssicherung, Koniotomie, Thoraxpunktion, Elektrotherapie bei Herzrhythmusstörungen, Rettung eines Verletzten nach dem Autounfall, Behandlung eines Patienten mit einem amputierten Gliedmaß. Während der Einsätze wurden häufig moderne Hilfsmittel und Simulatoren genutzt, in einigen Modellsituationen haben ausgewählte Schüler selbst Darsteller gespielt.  Da die Übung in der Vorweihnachtszeit stattfand, erlebten die Schüler auch die Stimmung des Dresdner Striezelmarktes. 

2.Übung der Rettungsschulen

Die zweite Übung fand vom 1.-2. Februar 2018 in der Schule in Ústí statt und wurde so vorbereitet, dass es eine Nachmittags-, eine Abend- und eine Tagesetappe gab. Für Schüler hieß es, dass sie ihre Schlafsäcke und Isomatten mitbringen mussten, um in der Schule übernachten zu können. Auch bei dieser Übung wurden die Schüler mit einem Los in gemischte Teams aufgeteilt und haben nach einem vorbereiteten Plan ihre Aufgaben erfüllt. Die Themen waren anders. Es handelte sich beispielsweise um die Intoxikation eines Kinderpatienten, eine Reanimation, eine Entbindung oder Diagnostik eines Schlaganfalls. Daneben wurden auch Grundlagen des Klettersports vermittelt. Die Nachmittags- und Abendetappe endeten gegen Mitternacht. Die Morgenetappe begann am nächsten Tag um neun Uhr und hatte einen eher theoretischen Charakter. Die professionellen Notfallsanitäter haben mehrere Stationen vorbereitet, an denen sie den Schülern einige kompliziertere Vorgangsweisen in der präklinischen Versorgung gezeigt haben, wie z.B. den Massenanfall von Verletzten, und mit ihnen trainiert haben, die EKG Kurve zu verstehen oder die Kriterien für die Einweisung der Patienten in ein Traumazentrum zu nutzen.      

3.Übung der Rettungsschulen

Die dritte Übung fand vom 20.-22.Juni 2019 wieder an der Schule in Dresden statt und war am anspruchsvollsten. Es handelte sich um eine 24 Stunden Übung, die sehr gut vorbereitet und in die kleinsten Details ausgearbeitet war und tatsächliche Einsätze von Einsatzgruppen simulierte. Die Schüler arbeiteten wieder in gemischten Teams. Meistens mussten sie sich untereinander selbst verständigen, weil die zwei Dolmetscherinnen durch die Menge der Aufrufe und Einsätze überfordert waren. Die Übung lief tatsächlich die ganzen 24 Stunden lang, insgesamt gab es 119 Einsätze, wobei jeder Einsatz vom Inhalt und Lösungsansatz anders war. Während der Übung wechselten die Schüler nacheinander die Rollen der Einsatzgruppen, der Darsteller, der Disponenten oder sorgten für die Fotodokumentation. 

Alle drei Übungen brachten den Schülern sehr viel. Es handelte sich eigentlich um einen Erlebnisunterricht – die effizienteste Lernform. Die Schüler lernten viele praktische Sachen, verbesserten ihre Handfertigkeit bei der Versorgung, festigten ihre theoretischen Kenntnisse, die sie gleich mit der Praxis verknüpften, und stellten auch fest, was sie alles noch nicht wissen und zu wissen brauchen, um den anspruchsvollen Beruf ihrer Wahl ausüben zu können.